Mach dich nicht verrückt
1. Du musst nicht sofort aussehen wie ein Profi
Niemand erwartet, dass du beim ersten Triathlon mit einem Zeitfahrrad für 10.000 € auftauchst. Viele starten mit einem normalen Rennrad oder sogar einem Fitnessbike. Das Wichtigste ist, dass das Rad fährt und du darauf sitzen kannst, ohne nach 20 Minuten über Existenzfragen nachzudenken.
2. Schwimmen ist für viele der schwierigste Teil
Falls du beim Schwimmen das Gefühl hast, eher ein überraschter Stein als ein Delfin zu sein: Willkommen im Club. Die meisten Anfänger verlieren hier die meiste Zeit. Technik bringt oft mehr als zusätzliche Fitness.
3. Wechselzonen sind Comedy-Veranstaltungen
Im Training denkst du: „Klar, Helm auf, Schuhe an, los geht's.“
Im Wettkampf:
- Wo ist mein Rad?
- Warum ist mein Helm verkehrt herum?
- Wem gehören diese Schuhe?
- Bin ich überhaupt noch im richtigen Rennen?
Deshalb: Wechsel üben. Es fühlt sich albern an, spart aber erstaunlich viel Zeit.
4. Langsam trainieren ist kein Versagen - im Gegenteil
Viele Einsteiger trainieren jede Einheit zu hart. Die Wahrheit: Die meisten erfolgreichen Altersklassenathleten verbringen überraschend viel Zeit in einem entspannten Tempo. Wer jedes Training zum Überlebenskampf macht, sammelt vor allem Müdigkeit.
5. Ernährung nicht erst am Wettkampftag testen
Der Satz „Das Gel hat mir auf Instagram jemand empfohlen“ endet manchmal in einer sehr intensiven Beziehung zur nächsten mobilen Toilette.
6. Das erste Ziel sollte Ankommen sein
Nicht:
- Podium
- Altersklassensieg
- Sponsorenvertrag
Sondern:
- Schwimmen überleben
- Radfahren genießen
- Laufen irgendwie fertigbringen
- Danach stolz ein Finisher-Foto machen
7. Jeder hat Angst vor dem ersten Freiwasserschwimmen
Selbst Menschen, die im Becken stark sind, erleben im offenen Wasser oft einen kleinen Realitätscheck:
- keine Linien am Boden
- andere Schwimmer
- Wellen
- Orientierung
Das ist normal. Deshalb möglichst früh im Freiwasser üben. ABER: IMMER nur zu zwei oder mit mehreren Personen und mit Boje!
8. Vergleiche dich nicht mit den Verrückten
In jeder Triathlon-Gruppe gibt es eine Person, die schreibt:
„Bin heute nur locker 120 km Rad gefahren und danach 18 km gelaufen.“
Sie lebt vermutlich von Haferflocken, Disziplin und dunkler Magie.
9. Konsistenz schlägt Heldentaten
Drei lockere Trainingseinheiten pro Woche über Monate bringen mehr als ein episches Trainingswochenende mit anschließend zwei Wochen Sofa.
10. Vergiss den Spaß nicht
Triathlon ist eine Sportart, in der Menschen freiwillig morgens um 6 Uhr in kaltes Wasser springen, sich auf ein Fahrrad setzen und anschließend laufen gehen. Das ist objektiv betrachtet ein bisschen verrückt.